Das Blindenabzeichen

Das Blindenabzeichen

In Deutschland leben geschätzt 1,2 Millionen sehbehinderte und blinde Menschen. Als sehbehindert gilt ein Mensch, der maximal 30 Prozent des normalen Sehvermögens besitzt. Blind ist dahingegen jeder, der mit Sehhilfe nicht mehr als zwei Prozent sieht. Nachweisen lässt sich die Blindheit durch einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "BI".

Um gerade im Straßenverkehr auf Blinde und stark Sehbehinderte aufmerksam zu machen, auch damit auf diese Personen Rücksicht genommen werden kann, gibt es das Blindenabzeichen. In der Regel wird dieses als Armbinde an beiden Oberarmen oder als Anstecker an der Jacke auf Brusthöhe getragen. Das Abzeichen besteht aus drei Punkten, die im Dreieck auf gelbem Grund angeordnet sind. Die Punkte lassen sich als ikonische Abbildung der Braille-Schrift interpretieren, ihr genauer Ursprung ist jedoch unbekannt.

Zwar gibt es keine eindeutige Vorschrift für die Kennzeichnung mit dem Blindenabzeichen im Straßenverkehr, dennoch sieht die Fahrerlaubnisverordnung Folgendes vor:

§ 2 Eingeschränkte Zulassung
(1) Wer sich infolge körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen nicht sicher im Verkehr bewegen kann, darf am Verkehr nur teilnehmen, wenn Vorsorge getroffen ist, dass er andere nicht gefährdet. Die Pflicht zur Vorsorge, [...] durch Begleitung oder durch das Tragen von Abzeichen oder Kennzeichen, obliegt dem Verkehrsteilnehmer selbst oder einem für ihn Verantwortlichen.
(2) Körperlich Behinderte können ihre Behinderung durch gelbe Armbinden an beiden Armen oder andere geeignete, deutlich sichtbare, gelbe Abzeichen mit drei schwarzen Punkten kenntlich machen. Die Abzeichen dürfen nicht an Fahrzeugen angebracht werden. Wesentlich sehbehinderte Fußgänger können ihre Behinderung durch einen weißen Blindenstock, die Begleitung durch einen Blindenhund im weißen Führgeschirr und gelbe Abzeichen nach Satz 1 kenntlich machen.

In Deutschland leben rund 1,2 Mio. Blinde und stark Sehbehinderte In Deutschland leben rund 1,2 Mio. Blinde und stark Sehbehinderte
Das Blindenabzeichen spielt im Straßenverkehr eine ganz besonders wichtige Rolle Das Blindenabzeichen spielt im Straßenverkehr eine ganz besonders wichtige Rolle

Grundsätzlich ist es definitiv sinnvoll, sich als Blinder im Straßenverkehr zu kennzeichnen, da sehbehinderte Menschen Situationen nicht richtig einschätzen können und den Verkehr anders wahrnehmen als Sehende. Mit einer sichtbaren Kennzeichnung können andere Verkehrsteilnehmer darauf Rücksicht nehmen. Achtung: Im Falle eines Unfalls trifft sehbehinderte Menschen, die sich nicht gekennzeichnet haben, immer eine Mitschuld.

Weitere Arten der Kennzeichnung

Neben der Armbinde oder dem Anstecker mit drei Punkten weist auch ein weißer Blindenstock oder ein weißes Führgeschirr am Blindenhund auf eine starke Sehbehinderung oder Blindheit hin. Auch ein weißes Stockmännchen auf blauem Grund - das europäische Blindenabzeichen - kennzeichnet seheingeschränkte Menschen.


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