Fakoo - eine Schrift für Sehende und Blinde

Fakoo -
eine Schrift für Sehende und Blinde

Hier geht's zur Kurzzusammenfassung

Wer blind ist oder viel mit blinden Personen zu tun hat, wird bald auch auf eine ganz besondere Schrift stoßen - Braille, die plastische Punktschrift, bei der die einzelnen Zeichen mit den Fingerspitzen ertastet werden können. Doch für viele Menschen ist es mit enormen Schwierigkeiten verbunden, das Alphabet dieser Brailleschrift zu lernen und vor allem richtig zu "erspüren". Von den rund 155.000 blinden Personen in Deutschland können gerade einmal 29.000 die Brailleschrift lesen, vom Schreiben einmal ganz abgesehen. Ein findiger Entwickler namens Alexander Fakoo hatte sich schließlich diesen Problemen angenommen und nach langem Tüfteln etwas völlig Neuartiges ins Leben gerufen - eine gemeinsame taktile Schrift für Sehende und Blinde, die er schlichtweg nach sich selbst genannt hatte.

Die Idee zur neuen Blindenschrift Fakoo

Auch Alexander Fakoo hatte sich einstmals mühevoll das Alphabet der Brailleschrift erarbeiten müssen und wusste daher ganz genau um die Schwierigkeiten, die das Lernen dieser Schrift bedingen. Die Idee zu einer Verbesserung dieses Systems von Louis Braille kam dem Erfinder dann aber im Jahre 2006. Eine Punktschrift für Blinde und Sehgeschädigte sollte durchaus bestehen bleiben, doch müsste diese einfacher zu lernen sein und auch sehende Personen mit einbeziehen. So begann Alexander Fakoo im Juli des Jahres 2006 einen neuen Weg innerhalb der Schriftsysteme zu beschreiten: Sein Gedanke war, die gewohnten Formen der normalen Buchstaben beizubehalten, diese aber wie bei der Braille in die Gestalt gestanzter Punkte zu bringen.

Alexander Fakoo suchte fieberhaft nach einer Möglichkeit, die bestehende Blindenschrift zu vereinfachen Alexander Fakoo suchte fieberhaft nach einer Möglichkeit, die bestehende Blindenschrift zu vereinfachen
Bei der Fakkoschrift sind die Buchstaben des Alphabets auch optisch gut zu erkennen Bei der Fakkoschrift sind die Buchstaben des Alphabets auch optisch gut zu erkennen

Wie ist das neue Fingeralphabet aufgebaut?

Zunächst hatte Fakoo für jedes Zeichen ein Raster von 3 x 4 Punkten festgelegt, sodass im Höchstfall 12 Punkte gestanzt werden können. Doch noch besaß das Ganze etwas unschöne Wesenszüge: Zum einen konnten die Buchstaben durch die waagrechte Ausrichtung lediglich im Querformat dargestellt werden, zum anderen ließ sich die Vielzahl der Punkte auf einer kleinen Fläche fast ebenso schwer ertasten wie bei der Brailleschrift eben auch. Die elegante Lösung: Das Raster wurde auf 3 x 3 Punkte verkleinert, die Buchstaben noch etwas mehr vereinfacht. Die Zeichen der Fakoo bestehen seitdem aus bis zu neun Punkten - und stehen zudem auch noch aufrecht, wie es sich eben gehört. Und in einer solchen Größe sind die einzelnen Zeichen gerade noch mit den Fingerspitzen zu ertasten.

Die Vorteile der Fakoo

Die Fakooschrift dient in erster Linie als verbindendes Element zwischen der Braille und der gedruckten lateinischen Schrift, um sowohl blinden als auch sehenden Menschen eine einfache Art der Kommunikation anbieten zu können. Das Alphabet der Punktschrift Fakoo ist vor allem auch für nichtblinde Menschen wesentlich leichter zu lernen, da man die Form der einzelnen Buchstaben bereits intuitiv im Gehirn abgespeichert hat. Somit ist diese Schrift bestens auch für Menschen geeignet, die erst im Laufe ihres Lebens erblindet sind.

Die Fakooschrift verbindet Brailleschrift und lateinische Druckschrift Die Fakooschrift verbindet Brailleschrift und lateinische Druckschrift
Vom Erfolg gekrönt: Alexander Fakoo ist heute auf einer Gedenkmünze verweigt Vom Erfolg gekrönt: Alexander Fakoo ist heute auf einer Gedenkmünze verweigt

Die augenscheinliche Nähe zur Brailleschrift ist ein weiterer Vorteil des neuen Systems: Durch die einheitliche Höhe der Zeichen können für die Fakoo alle Mittel verwendet werden, mit welchen man Beschriftungen in Braille herstellen kann. Blinden Menschen sei daher nur ans Herz gelegt, sich auch das Alphabet der Fakoo anzueignen oder dieses zumindest als Prägedruck immer mit sich mitzuführen.

Welch rasche Erfolge die junge Erfindung von Alexander Fakoo bereits nach wenigen Jahren für sich verbuchen konnte, zeigt nicht zuletzt eine karibische Gedenkmünze, die zum 200. Geburtstag des Blindenschriftentwicklers Louis Braille herausgegeben wurde: Ein Schriftzug auf dieser Medaille ist in einer neuen Schrift gehalten - Fakoo!

Selber zum Übersetzer werden - Der Fakoo-Decoder:

Sie wollen die Fakooschrift lernen? Oder einfach mal sehen, wie Ihr Name in Fakoo geschrieben wird? Auf dieser Internetseite findet man einen raffinierten Decoder, der problemlos in beide Richtungen funktioniert. Einfach ausprobieren und loslegen: www.fakoo.de/fakoo/9-punkt-decoder.html

Mit dem Fakoo-Decoder im Internet können Interessierte das Lesen der Fakooschrift erlernen Mit dem Fakoo-Decoder im Internet können Interessierte das Lesen der Fakooschrift erlernen

Fakoo: Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Alexander Fakoo entwickelte 2006 die Fakooschrift als Alternative zur Braille
  • Fakoo besteht aus plastischen Schriftzeichen, die mit den Fingerspitzen ertastet werden können
  • Die Fakoo ist einfacher aufgebaut als die Braille und kann auch von sehenden Menschen gelesen werden
  • Die herausgestanzten Punkte sind optisch wie Druckbuchstaben geformt
  • Sämtliche Zeichen werden mittels eines 3x3-Punkte-Rasters dargestellt
  • Vorteile: leichte Erlernbarkeit, Entzifferung durch Ertasten als auch durch Betrachten, problemloser Einsatz der Braille-Technik für die Herstellung

Zurück zur Übersicht