Farbenblindheit

Farbenblindheit

Oftmals wird die Farbsehstörung mit der Farbenblindheit verwechselt. Bei einer Farbsehstörung oder auch Farbsehschwäche handelt es sich meist genau genommen um eine Rot-Grün-Schwäche, das bedeutet, dass Betroffene diese beiden Farben nicht auseinanderhalten können. Bei der Farbenblindheit können Menschen gar keine Farben erkennen, sondern nur zwischen weiß, schwarz und grau unterscheiden.

Farbsehen funktioniert mit den Zapfen

Doch wie funktioniert eigentlich das Farben-Sehen in unserem Auge? Dazu müssen wir uns erst einmal bewusst machen, dass Farben durch unterschiedlich lange Lichtwellen entstehen. Die roten Lichtwellen sind die längsten, grünes Licht ist mittelwellig, kurzwelliges ist lila beziehungsweise blau. Sobald das Licht auf ein Objekt trifft, werden alle Lichtwellen bis auf die absorbiert, die zurückgeworfen und von uns als Farbe wahrgenommen werden. Ein roter Apfel erscheint also rot, weil alle Lichtwellen bis auf die langwelligen roten vom Apfel "geschluckt" werden.

Die Wellen kommen dann auf der Netzhaut im Auge an, wo die Farben durch Stäbchen und Zapfen wahrgenommen werden. Die Stäbchen kommen vor allem im Dunkeln zum Einsatz, denn durch sie können wir hell und dunkel unterscheiden. Die drei Zapfenarten hingegen ermöglichen uns erst das Wahrnehmen verschiedener Farben entsprechend ihrer Wellenlänge. Unser Auge besitzt Zapfen für kurzwelliges blaues Licht, mittelwelliges grünes und langwelliges rotes Licht. Alle anderen Farbwahrnehmungen ergeben sich durch das Mischen dieser drei Farben.

Lichtwellen treffen auf die Netzthaut auf, wo sie von Stäbchen und Zapfen wahrgenommen werden Lichtwellen treffen auf die Netzthaut auf, wo sie von Stäbchen und Zapfen wahrgenommen werden
Die persönliche Meinung kann auch täuschen - Es empfiehlt sich, die eigene Farbwahrnehmung von einem Augenarzt testen zu lassen Die persönliche Meinung kann auch täuschen - Es empfiehlt sich, die eigene Farbwahrnehmung von einem Augenarzt testen zu lassen

Rot-Grün-Schwäche oder partielle Farbenblindheit

Mit einer Farbfehlsichtigkeit ist meist die Rot-Grün-Schwäche gemeint. Betroffene können verschiedene Gelb- oder Blaunuancen unterscheiden, sehen allerdings rot und grün schwächer. Diese beiden Farben werden von partiell Farbenblinden je nach Ausprägung der Rot-Grün-Schwäche eher bräunlich-gelb bis grau wahrgenommen. Die Ursache liegt im Defekt einer der drei Zapfenarten, meist den Grün-Zapfen (Deuteranopie), seltener den Rot-Zapfen (Protanopie). Dadurch, dass rot und grün durch den gleichen Kanal wahrgenommen werden, können diese beiden Farben nicht mehr auseinandergehalten werden.

Totale Farbenblindheit

In seltenen Fällen liegt aber nicht nur eine teilweise Farbenblindheit vor, sondern eine totale Farbenblindheit, also eine Achromatopsie. Das bedeutet, dass einzelne Farben überhaupt nicht mehr unterschieden werden können, sondern nur weiß, schwarz und verschiedene Graunuancen. Das kann im Straßenverkehr für Probleme sorgen, wenn beispielsweise das rote Bremslicht des vorausfahrenden Fahrzeugs aufgrund seiner Farbe nicht erkannt wird.

Ursache und Früherkennung

Sowohl die Farbsehschwäche als auch die Farbenblindheit sind größtenteils angeboren. Etwa 8% der Männer und 0,5% der Frauen leiden an der Rot-Grün-Schwäche. Der höhere Anteil an Männern, die betroffen sind, hängt damit zusammen, dass das defekte Gen auf dem X-Chromosom liegt, von dem Männer im Gegensatz zu Frauen nur eines besitzen. Ein eingeschränktes Blau-Gelb-Sehvermögen tritt dahingegen häufig als Folge einer Makuladegeneration auf, also einer Erkrankung der Netzhaut. Farbenblindheit kann allerdings auch durch einen Schlaganfall, Gehirnläsionen oder ein Schädel-Hirn-Trauma hervorgerufen werden.

Oft ist Betroffenen allerdings ihre Farbsehschwäche gar nicht bewusst, weshalb die Farbwahrnehmung gerade bei Kindern und beim Führerschein-Sehtest vom Augenarzt überprüft wird. Dieser verwendet sogenannte "Ishihara-Tafeln", auf denen mit farbigen Punkten eine Zahl oder ein Buchstabe dargestellt wird. Diese Zahl kann mühelos erkannt werden, falls keine Farbsehschwäche vorliegt. Die bekannteste Tafel ist wohl die rote acht auf grünem Grund. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass es derzeit keine Therapie für eine Farbsehschwäche oder -blindheit gibt.

Genetisch bedingt sind Frauen sehr viel weniger von der Farbsehschwäche betroffen als Männer Genetisch bedingt sind Frauen sehr viel weniger von der Farbsehschwäche betroffen als Männer

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