Was ist das Gesichtsfeld?

Was ist das Gesichtsfeld?

Das Gesichtsfeld ist der Bereich, in dem man seine Umwelt erkennt, ohne den Kopf oder die Augen zu bewegen. Das Blickfeld ist im Gegensatz dazu der Umkreis, der wahrgenommen wird, wenn man zusätzlich die Augen bewegt. Die Größe des Gesichtsfeldes variiert je nach Alter, Geschlecht und Aufmerksamkeit. In der Jugend beträgt das Sehfeld knapp 180 Grad, im Alter sinkt der Bereich auf knapp 140 Grad. Zum Vergleich: die Fliege hat mit ihren Facettenaugen ein Gesichtsfeld von 300 Grad, der Frosch sogar von 330 Grad.

Binokulares und monokulares Gesichtsfeld

Zu unterscheiden gilt es das binokulare und monokulare Gesichtsfeld. Das binokulare Gesichtsfeld setzt sich insgesamt aus dem Sichtfeld des linken und des rechten Auges zusammen, also den beiden monokularen Gesichtsfeldern. Das monokulare Gesichtsfeld bezieht sich auf ein einzelnes Auge, also das linke oder rechte. Im Normalfall, das heißt, wenn kein Schielen vorliegt, überschneiden sich die Sichtfelder des linken und rechten Auges.

Das binokulare Gesichtsfeld wird vom linken und vom rechten Auge zusammengesetzt Das binokulare Gesichtsfeld wird vom linken und vom rechten Auge zusammengesetzt
Manche Augenerkrankungen rufen den sogenannten Tunnelblick hervor Manche Augenerkrankungen rufen den sogenannten Tunnelblick hervor

Untersuchungsmöglichkeit Perimetrie

Die Prüfung und Vermessung des Gesichtsfeldes nennt man "Perimetrie". Bestimmte Gesichtsfeldausfälle, die "Skotome", oder sogar das sogenannte "Röhrengesichtsfeld", im Volksmund auch als Tunnelblick bekannt, können durch eine Erkrankung der Netzhaut oder des Sehnervs hervorgerufen werden, sind aber auch eine mögliche Folge von übermäßigem Konsum von Alkohol oder Tabletten. Oft werden Ausfälle des Gesichtsfeldes jedoch vom Betroffenen erst nicht bemerkt. Da sich durch die Perimetrie mögliche Gründe für Gesichtsfeldausfälle o.Ä. abklären lassen, sollten vor allen Dingen Diabetespatienten regelmäßig ihr zentrales Gesichtsfeld überprüfen lassen, um frühzeitig auf Verschlechterungen des Sehens aufmerksam gemacht zu werden. Bei der Perimetrie werden Lichtpunkte unterschiedlicher Helligkeit auf verschiedene Stellen des Raumes projiziert. Der zu Untersuchende drückt jedes Mal einen Knopf, wenn er einen Lichtpunkt wahrnimmt und der Augenarzt kann so mithilfe des Computers das individuelle Gesichtsfeld bestimmen.

Relevanz im Straßenverkehr

In verschiedenen Bereichen des Gesichtsfeldes sehen wir unterschiedlich gut. Im Auto beispielsweise sehen wir das Fahrzeug vor uns klar und deutlich; kommt ein Auto aber seitlich angefahren, sehen wir es zwar, dennoch nehmen wir es erst scharf wahr, sobald wir den Kopf drehen. Der leistungsfähigste Sehbereich liegt in der Mitte der Netzhaut, der Makula. Dementsprechend dürfen wir uns im Straßenverkehr nicht nur auf unseren fokussierten Sehbereich verlassen, sondern sollten auch hin und wieder den Kopf drehen, um alle Verkehrsteilnehmer optimal im Blick zu haben.

Der fokussierte Sehbereich: Entspannend in der Natur, gefährlich im Straßenverkehr Der fokussierte Sehbereich: Entspannend in der Natur, gefährlich im Straßenverkehr

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