taktil

Was versteht man unter taktil?

Das Adjektiv „taktil“ wurde dem lateinischen Wort tactilis (berührbar) entlehnt und bedeutet so viel wie „mithilfe des Tastsinns“ oder auch „den Tastsinn betreffend.“ Synonym zu taktil hört man zudem oft den Begriff „haptisch“. Während taktil die passive Wahrnehmung von mechanischen Reizen beschreibt, gilt haptische Wahrnehmung als aktive Erfassung der Umwelt. Die Begriffe sind sich verwandt, allerdings nicht komplett deckungsgleich.  

Unser größtes Sinnesorgan, die Haut, ermöglicht uns non-verbale Kommunikation bereits als Säugling. Berührungen und soziale Kontakte sind die Grundlage unserer Existenz, ohne geht es nicht. Sind andere Sinne wie das Hören oder Sehen nur eingeschränkt oder gar nicht vorhanden, muss die betroffene Person lernen, anders mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Hier kommen sogenannte taktile Kommunikationsformen unterstützend zum Einsatz.

So können verschiedene Sprachsysteme erlernt werden, die eine Kommunikation mit dem Umfeld ermöglichen:

  • Taktile Gebärdensprache
  • Fingeralphabet erfühlen
  • Daktylieren
  • Lormen
  • Braille-Schrift
  • Objektsymbole

Die ersten vier Varianten der Kommunikation zwischen Personen beruhen komplett auf Informationsaustausch durch Berührung. Die Gebärden werden bei sehbehinderten Gehörlosen durch Körperkontakt übermittelt. Dabei kann entweder die Hand des Empfängers auf die gebärdende Hand des Empfängers gelegt werden, um so die Gebärden zu erfühlen oder die Gebärden werden direkt am Körper, beispielsweise an der Wange, gebildet (BodySigns). Das Fingeralphabet und auch die spezielle Form des Daktylierens sowie die Lorm-Zeichen werden dem taubblinden Menschen in die Handfläche buchstabiert.

Die Braille-Schrift ermöglicht blinden oder taubblinden Personen den Konsum von Schriftstücken, wie Büchern oder Magazinen. Mithilfe von Punktmustern, die von hinten durch das Papier gedrückt werden, kann der Inhalt mit den Fingerspitzen erfühlt werden.

Bezugsobjekte werden vor allem von taubstummen Menschen als Repräsentative für bestimmte Orte, Menschen oder Handlungen eingesetzt. Vor allem für junge Menschen haben die Bezugsobjekte eine wichtige Möglichkeit sich zu verständigen.