Kontaktlinsen - Tipps und Wissenswertes

Kontaktlinsen -
Tipps und Wissenswertes

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Ob bloß zum Sport, zum Ausgehen, für einen speziellen Anlass oder täglich: Viele Fehlsichtige benutzen neben oder anstatt der Brille Kontaktlinsen zur Korrektur ihrer Kurz- oder Weitsichtigkeit. Die Linsen schwimmen auf dem Tränenfilm der Hornhaut und lassen den Träger so schnell vergessen, dass er eigentlich eine Brille tragen müsste. Es gibt sie in der harten, sprich formstabilen, oder weichen Variante, welche meist aus Silikon-Hydrogel gefertigt werden. Beim ersten Aufkommen von Kontaktlinsen in den 1970er Jahren gab es nur harte Linsen, die sehr unkomfortabel und teuer waren. Heute benutzt jeder zehnte Fehlsichtige mindestens ab und zu Kontaktlinsen.

Harte oder weiche Linsen?

Die formstabilen Linsen haben mit neun bis zehn Millimeter einen kleineren Durchmesser als weiche Kontaktlinsen mit etwa 14 Millimetern und werden in anderen Behältern aufbewahrt. Während weiche Linsen getrennt voneinander in einem Behälter mit zwei runden Vertiefungen aufbewahrt werden, werden harte Linsen jeweils einzeln in eine Art Sieb gesteckt, welches kopfüber in die Reinigungslösung getaucht und dort aufbewahrt wird. Bei schnellen Bewegungen mit dem Kopf gehen harte Kontaktlinsen schneller verloren als weiche, weshalb sie für den Sport weniger geeignet sind. Die Anpassung harter Linsen an das Auge ist etwas komplizierter, dafür können sie etwa ein bis zwei Jahre lang verwendet werden. Die Kosten liegen bei etwa 70 Euro aufwärts pro Linse zuzüglich Anpassungsgebühren. Weiche Kontaktlinsen gibt es, abhängig von Qualität, möglicher Tragedauer und Hersteller, ab günstigen fünf Euro pro Monatslinse.

Jeder zehnte Fehlsichtige greift heute zur Kontaktlinse Jeder zehnte Fehlsichtige greift heute zur Kontaktlinse
Darf's ein bisschen bunter sein? Kontaktlinsen sind in verschiedenen Farben und Ausführungen erhältlich Darf's ein bisschen bunter sein? Kontaktlinsen sind in verschiedenen Farben und Ausführungen erhältlich

Linsen in allen Ausführungen

Liegt beim Fehlsichtigen zusätzlich noch eine Hornhautverkrümmung, also ein Astigmatismus, vor, muss der Träger auf torische Linsen zurückgreifen. Diese sind etwas teurer, sie gleichen allerdings die Verkrümmung aus und tragen so zu noch schärferer Sicht bei. Multifokale Linsen funktionieren wie eine Gleitsichtbrille: Dadurch kann sowohl eine Kurz- als auch eine Weitsichtigkeit mit nur einer Linse behoben werden. Das Auge stellt sich mit der Zeit darauf ein, welcher Teil der Linse für welche Objekte beim Sehen wichtig ist; multifokale Kontaktlinsen erfordern allerdings einige Zeit der Übung.

Neben Kontaktlinsen, die eine Fehlsichtigkeit korrigieren, gibt es zudem farbige Linsen, die bloß die Iris-Farbe verändern sollen, und Motivlinsen, welche vor allem an Halloween und in der Filmproduktion zur Anwendung kommen. Neben einer grauen oder schwarzen Iris sind auch gestreifte oder gemusterte Linsen erhältlich oder sogar solche, die neben der Regenbogenhaut auch den gesamten weißen Bereich des Auges abdecken und so einen gruseligen Effekt in Vampir- oder Science Fiction-Filmen erzeugen.

Das A und O der Kontaktlinsenpflege

Ein wichtiger Punkt bei der Verwendung von Kontaktlinsen ist die Hygiene: Hände waschen vor dem Einsetzen ist Pflicht! Frauen können auf kontaktlinsengeeignete Schminke zurückgreifen, denn Mascara-Klümpchen können sehr unangenehm und lästig sein, wenn sie unter die Linse geraten. Auf Eyeliner oder Lidschatten mit Glitzerpartikeln sollte, wenn möglich, verzichtet werden, da diese auch leicht zu Reizungen und somit Augenreiben führen können.

Keine Panik, wenn die Linse nicht im Auge auffindbar ist: sie kann auch mal bei trockenen Augen nach oben unters Lid oder zur Seite rutschen. Beim Entfernen helfen oft schon ein paar Augentropfen, um die Linse wieder greifbar zu machen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Linsen nie unter Leitungswasser abgewaschen werden dürfen! Darin könnten Bakterien enthalten sein, die sonst in die Augen gelangen. Zur Reinigung der Kontaktlinsen gibt es deshalb spezielle Lösungen. Auch der Kontaktlinsenbehälter muss alle 2 Monate gewechselt werden, um Infektionen zu vermeiden.

Der Kontaktlinsenbehälter sollte alle zwei Monate gewechselt werden Der Kontaktlinsenbehälter sollte alle zwei Monate gewechselt werden
Ob mit Pflegemittel, Enzymreiniger oder Ultraschallreiniger - Auch Kontaktlinsen möchten gut behandelt werden Ob mit Pflegemittel, Enzymreiniger oder Ultraschallreiniger - Auch Kontaktlinsen möchten gut behandelt werden

Welche Kontaktlinsenflüssigkeit soll ich nutzen?

Kochsalzlösung eignet sich für weiche wie auch für harte Kontaktlinsen zur Aufbewahrung, Reinigung und Desinfektion. Sie wirkt antibakteriell und verhindert die Bildung von Kalziumrückständen. Zusätzlich zur Kochsalzlösung sollte ein Pflegemittel verwendet werden. Die Kontaktlinsen sollten über Nacht in dem Pflegemittel eingelegt werden und vor Gebrauch mechanisch gereinigt werden. Dazu wird die Kontaktlinse auf die Handinnenfläche gelegt und mit 2-3 Tropfen des Pflegemittels vorsichtig abgerieben. Anschließend muss die Kontaktlinse noch einmal abgespült werden.

Zusätzlich sollte einmal wöchentlich ein Enzymreiniger verwendet werden, der Proteinrückstände auf der Linse entfernt. Viele Kontaktlinsenträger kennen nämlich das Gefühl, dass die Linsen nicht richtig sauber sind, da sich gerade beim längeren Tragen vor den Augen eine Art von Nebel oder auch Schlieren bilden. Dies liegt nämlich nicht unbedingt an der alltäglichen Reinigung beziehungsweise einer mangelnden Pflege: In der Tränenflüssigkeit befinden sich Proteine, die sich beim ständigen Tragen der Kontaktlinsen auf diesen ablegen und zudem einen optimalen Nährboden für Keime bilden, die ins Auge gelangen. Es ist ratsam, bei harten Linsen einmal in der Woche sogenannte Enzymtabletten zu nutzen. Für weiche Kontaktlinsen werden allerdings auch Kombilösungen mit integriertem Proteinreiniger angeboten, sodass eine gesonderte Reinigung entfällt. Eine gute Alternative bieten auch Kontaktlinsen-Ultraschallreinigungsgeräte, die sowohl für weiche als auch harte Linsen geeignet sind. Diese Geräte werden mit der üblichen Kochsalz- oder Kombilösung befüllt; durch sanfte Wärme und den Ultraschall werden Proteinrückstände in zwei bis fünf Minuten entfernt.

Welche Linse passt zu mir?

Vor dem ersten Einsetzen der Linsen sollte immer eine Anpassung und ein allgemeines Abklären mit dem Profi stattfinden: Klären Sie mit Ihrem Augenarzt oder Optiker ab, welche Erwartungen Sie an die Kontaktlinsen stellen. Wie oft möchten Sie sie tragen, nur zum Schwimmen oder Radfahren, in der Arbeit oder bloß zum Ausgehen? Bei seltenem Tragen sind Tageslinsen die bessere Wahl, da diese einzeln verpackt sind und günstiger sind als Monatslinsen, die nach wenigem Tragen in den Müll wandern müssen. Zudem entfallen hier sowohl der Pflegeaufwand als auch die Kosten für Pflege- oder Reinigungsprodukte und Kontaktlinsenbehälter. Möchten Sie die Linsen jeden Tag und als Alternative zur Brille nutzen, sind Monatslinsen dagegen geeigneter. Diese reißen nicht so schnell wie Tageslinsen, welche nur auf einmaliges Tragen ausgerichtet sind. Grundsätzlich sind Kontaktlinsen nur eingeschränkt für Berufe zu empfehlen, bei denen man mit viel Staub oder trockener Luft in Berührung kommt, so wie es beispielsweise in der Backstube oder im Flugzeug der Fall ist. Regelmäßige Nachkontrollen auf Hornhautveränderungen oder anormale Proteinablagerungen auf den Linsen sind Pflicht!

Die richtige Art der Linsen hängt größtenteils von den eigenen Erwartungen ab Die richtige Art der Linsen hängt größtenteils von den eigenen Erwartungen ab
Brillenränder, Pads und Bügel ade - Viele Linsenträger schätzen die Vorteile gegenüber einer Brille Brillenränder, Pads und Bügel ade - Viele Linsenträger schätzen die Vorteile gegenüber einer Brille

Vorteile gegenüber der Brille

Welche Vorteile aber bieten sich nun gegenüber dem Tragen einer Brille? Neben dem optischen Bild des Fehlsichtigen wird auch ein scharfes Sehen an den Seiten garantiert, da keine störenden Brillenränder vorhanden sind. Zudem drücken weder zu enge Bügel noch zu harte Brillen-Pads auf der Nase. Auch das Beschlagen bei Kälte und Spritzer beim Kochen oder durch Regen entfallen. Daneben bieten Kontaktlinsen auch Vorteile bei Sportarten, bei denen eine Brille eine gewisse Verletzungsgefahr birgt oder abgenommen werden muss; Schwimmen, Fußball oder Skifahren sind so mühelos möglich. Hochwertige Linsen halten auch harten Bedingungen stand: Saunagänge oder sogar Schlafen sind mit den meisten Kontaktlinsen möglich. Aber dennoch ist eine Linsenpause für ausreichende Sauerstoffversorgung der Hornhaut einmal die Woche empfehlenswert, auch wenn Sie hochsauerstoffdurchlässige Linsen verwenden.

Nachteile gegenüber der Brille

Natürlich gibt es immer auch eine Kehrseite: Beim Tragen von Kontaktlinsen entsteht ein hoher Pflegeaufwand durch die Reinigung und Aufbewahrung. Außerdem können sie Krankheiten wie beispielsweise eine Bindehautentzündung begünstigen, wenn zu wenig Sauerstoff ans Auge kommt. Bei manchen Trägern verursachen Linsen trockene Augen und so kann ein unangenehmes Fremdkörpergefühl auftreten. Um Hornhautveränderungen durch das Tragen von Kontaktlinsen schnell erkennen und behandeln zu können, sollten Sie mindestens einmal jährlich Ihren Augenarzt konsultieren.

Linsen haben manchmal auch Nachteile: Höherer Pflegeaufwand, trockene Augen und selten auch die Gefahr von Bindehautentzündungen Linsen haben manchmal auch Nachteile: Höherer Pflegeaufwand, trockene Augen und selten auch die Gefahr von Bindehautentzündungen

Kontaktlinsen: Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Kontaktlinsen werden oft anstelle einer Brille benutzt
  • Sie schwimmen auf dem Tränenfilm der Hornhaut
  • Harte Kontaktlinsen sind kostenintensiver und halten bis zu zwei Jahre lang
  • Weiche Kontaktlinsen gehen bei Bewegungen nicht so leicht verloren
  • Torische Linsen können Hornhauverkrümmung ausgleichen
  • Linsen nie mit Leitungswasser waschen, sondern in antibakteriellen Lösungen reinigen
  • Vorteile von Linsen: rundum scharfe Abbildung, höhere Sicherheit beim Sport, kein Beschlagen, auch ästhetische Vorteile
  • Nachteile: hoher Pflegeaufwand, Gefahr von Bindehautentzündungen

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