Was ist die Sehschärfe?

Was ist die Sehschärfe?

Grundsätzlich bezeichnet man mit dem Ausdruck "Sehschärfe" die Fähigkeit, mit dem Auge Konturen in unserer Außenwelt zu erkennen, das heißt beispielsweise, wie gut man Details an einem bestimmten Objekt erkennen kann. Im Fachjargon wird die Sehschärfe auch als "Visus" bezeichnet, welcher mit einem Sehtest bestimmt werden kann. Ein Visus von 1,0 entspricht einer Sehstärke von 100%.

Was heißt eigentlich 100% Sehvermögen?

Je höher der Visus ist, desto kleinere Details können an einem Objekt erkannt werden. Wenn man von einem Visus von 1,0 ausgeht, bedeutet das, dass das Auge an einem Objekt Details in Größe von 1,5 mm noch erkennen kann, wenn es fünf Meter weit von diesem entfernt ist. Falls die Person beim Sehtest erst Details ab einer Größe von 3 mm erkennen kann, liegt der Visus bei 0,5 bzw. die Sehkraft bei 50%. Jedoch bedeutet dieser Wert nicht in jedem Fall ein schlechtes Ergebnis: Im Laufe des Alters verändert sich das Auge. Spätestens im Alter von 45 Jahren lässt die Fähigkeit des Auges nach, sich auf unterschiedliche Entfernungen optimal anzupassen. In diesem Fall spricht man von Alterssichtigkeit. Dementsprechend ist es "normal", dass der Visus bei jungen Erwachsenen zwischen 1,0 und 2,0 liegt, für einen 80-Jährigen liegen die Werte zwischen 0,6 und 1,0 im Normalbereich.

Im Laufe des Alters verändert sich üblicherweise die Sehkraft des Auges Im Laufe des Alters verändert sich üblicherweise die Sehkraft des Auges
Bei einem Sehtest kann vom Experten die genaue Sehkraft ermittelt werden Bei einem Sehtest kann vom Experten die genaue Sehkraft ermittelt werden

Mehr als 100% Sehkraft

Es ist, entgegen des allgemeinen Wissens, auch möglich, ein Sehvermögen von über 100% zu erreichen. Junge Erwachsene können sogar bis zu 200% erreichen, wenn sie gesunde Augen und eine optimal angepasste Sehhilfe haben. So kann es auch für Normalsichtige manchmal sinnvoll sein, eine Brille oder Kontaktlinsen zu tragen, um das individuelle Potential des Auges komplett zu nutzen.

Tages- und Dämmerungssehschärfe

Zudem unterscheidet man die sogenannte "Tagessehschärfe" von der "Dämmerungssehschärfe", also der Fähigkeit, in der Dämmerung zu sehen, und diese wiederum vom Sehen bei Dunkelheit. Aufgrund der Anpassungsvorgänge des Auges bei geringerem Lichteinfall werden die Gegenstände bei Dämmerung grauer und weniger scharf wahrgenommen. Im Dunkeln fällt die Sehschärfe auf etwa 10% der Tagessehstärke ab und Farben können nicht mehr unterschieden werden, in der Dämmerung liegt sie immerhin noch bei der Hälfte. Wer tagsüber nicht die volle Sehschärfe besitzt, erkennt abends und nachts noch weniger.

Untersuchung und Berechnung

Der Visus wird hierzulande größtenteils mithilfe von projizierten Sehzeichen mit einer festgelegten Größe, Helligkeit und Form sowie Kontrast bestimmt. Ein Norm-Sehzeichen, das beispielsweise auch beim Sehtest für den Führerschein verwendet wird, ist der "Landoltring". Dieser ist ein Ring mit bestimmter Breite und einer Lücke derselben Breite, die in acht verschiedene Richtungen zeigen kann. Häufig werden aber auch einfach Zahlen oder Buchstaben als Sehzeichen verwendet. Berechnet wird der Visus aus der Entfernung, aus der das Sehzeichen tatsächlich erkannt wird und der Normentfernung, aus der man das Sehzeichen mit 100% Sehkraft erkennen sollte. Erkennt ein Patient ein Zeichen aus der Entfernung von 15 Metern, für das die Normentfernung 20 Meter beträgt, liegt sein Visus bei 15/20 oder 0,75 bzw. 75%.

Gerade Brillenträgern wird eine regelmäßige Augenuntersuchung empfohlen Gerade Brillenträgern wird eine regelmäßige Augenuntersuchung empfohlen

Zurück zur Übersicht